MagdeQueer 2026 | Persönlicher Recap

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Ein Tag voller Bücher und Gespräche

Die MagdeQueer war für mich etwas ganz Besonderes. Zum ersten Mal war ich offiziell als Buchbloggerin auf einer literarischen Veranstaltung unterwegs. Allein das fühlte sich schon wie ein kleiner Meilenstein an. Noch schöner war, dass es ausgerechnet eine queere Buchmesse war, organisiert mit viel Herz und spürbarer Begeisterung für Literatur. Die Messe fand am 21.02.2026 im Bürgerhaus Alt Olvenstedt in Magdeburg statt und bot von Anfang an eine Atmosphäre, in der man sich willkommen fühlte. Alle waren ein bisschen aufgeregt, ein bisschen stolz und sehr bereit, miteinander ins Gespräch zu kommen. Man spürte sofort, dass diese Messe für viele mehr war als nur ein Termin im Kalender. Es war die erste queere Buchmesse dieser Art in der Region, und diese gemeinsame Vorfreude lag förmlich in der Luft.

Begegnungen

Was mir von Beginn an aufgefallen ist, war diese Offenheit. Man konnte stehen bleiben, Fragen stellen, zuhören, stöbern. Niemand wirkte gehetzt oder verschlossen. Überall entstanden Gespräche. Über Bücher natürlich, aber auch über das Schreiben, über Sichtbarkeit, über das, was Geschichten mit uns machen können und über kommende Veranstaltungen. Ich habe so viele Gespräche geführt, dass ich sie unmöglich alle aufzählen kann. Einige sind mir jedoch besonders im Kopf geblieben. Zum Beispiel das Gespräch mit der Großstadtheldin über ihr Buch Herzvollziellos. Ein poetischer Roadtrip, eigentlich der zweite Teil einer Geschichte, aber auch unabhängig lesbar. Ich habe das Buch mitgenommen und freue mich sehr darauf, bald darin zu versinken. Die Großstadtheldin ist regelmäßig auf literarischen Veranstaltungen wie dem Queer Book Day vertreten und setzt sich aktiv für Diversität in der deutschsprachigen Literaturlandschaft ein. Ihre Projekte bewegen sich an der Schnittstelle von Literatur, Fotografie und gesellschaftlicher Sichtbarkeit für LGBTQIA+-Künstler*innen.

Ebenso schön war der Austausch mit Ela Bloom und Maya Pinsel. Sie hatten mehrere Bücher dabei, und eines davon hat mich besonders berührt, weil die Erlöse in ein regionales Kindermusical fließen sollen. Eine Idee, die zeigt, wie Literatur über das Buch hinaus wirken kann. Single Dad Duett ist also ebenfalls in meiner Tasche gelandet, zusammen mit einem farbenfrohen Regenbogenarmband.

Ein sehr angeregtes Gespräch habe ich außerdem mit Sabine Reifenstahl geführt. Neben ihren ausgestellten Büchern sprachen wir über kommende Veranstaltungen, unter anderem über die nächste Parchimer Buch- und Comicmesse (PaBuCo). Ihr neuestes Buch Raphael – Die Freiheit zu fallen erscheint am 28.02.2026.

Book-Blind-Dates

Einige Bücher kamen als Überraschung zu mir. Die Book-Blind-Dates waren tatsächlich eines der ersten Dinge, die ich an diesem Tag gemacht habe. Und im Nachhinein bin ich sehr froh darüber. Schon mittags waren sie ausverkauft. Offenbar ging es vielen so wie mir. Diese Lust, sich überraschen zu lassen. Ich habe insgesamt zwei Blind Dates mitgenommen. Das erste war Gleich Liebes, gleich ist das Essen fertig von Jannis Plastargias. Das zweite Eisprinz und Herzbube von Elena Losian. Beide Bücher warten nun darauf, gelesen zu werden. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass ich darüber noch schreiben werde. Vielleicht sogar in Form von Rezensionen.

Lesungen

Ich habe mir mehrere Lesungen angehört, unter anderem von Jona Dreyer und A. C. Loclair. Beide haben sehr eindrucksvoll gelesen. Ruhig, präsent, mit Witz und Charme. Lesungen sind für mich immer ein Gradmesser. Wenn ich nach ein paar Minuten denke: Ja, das möchte ich weiterlesen, dann hat jemand vieles richtig gemacht. So ging es mir hier mehrfach.

Jona Dreyer las aus Marry Me Just For Fun und brachte mich mehr als einmal zum Lachen.
A. C. Loclair stellte The Lion’s Bodyguard vor und überraschte mich sehr. Weder Titel noch Cover hätten mich vermuten lassen, dass sich dahinter ein so spannender Krimi verbirgt.

Mehr als nur Bücher

Neben den Autor*innen und ihren Büchern waren auch verschiedene Initiativen vertreten, unter anderem der CSD Magdeburg, der LSVD Sachsen-Anhalt e. V. sowie das Zentrum für sexuelle Gesundheit . Diese Präsenz hat der Messe einen zusätzlichen Rahmen gegeben und deutlich gemacht, dass queere Literatur nicht losgelöst existiert, sondern eingebettet ist in Gesellschaft, Community und Engagement. Dazu kam eine Fotostation mit virtuellen Hintergründen. Vor einem Green Screen konnte man Bilder aufnehmen und aus verschiedenen Motiven wählen. Ich habe das natürlich ausprobiert und werde das Foto an anderer Stelle noch teilen. Es gehört zu diesem Tag einfach dazu.

Dankbarkeit und Vorfreude

Als ich nach Hause gefahren bin, war ich beseelt, inspiriert und sehr zufrieden. Die Organisatorinnen Karo Stein und Jessica Martin haben mit der MagdeQueer etwas auf die Beine gestellt, das alles andere als selbstverständlich ist. Eine Messe dieser Art zu organisieren, kostet Kraft, Zeit, Geld und Nerven. Umso schöner war es zu sehen, wie sehr sich all das gelohnt hat. Den ganzen Tag über kamen neue Besucher*innen, neugierig, offen und interessiert. Für mich war dieser Tag eine Bestätigung. Dafür, dass queere Literatur diese Bühnen braucht und gleichzeitig einfach für sich stehen darf. Genau wie heteronormative Geschichten auch. Ohne Zeigefinger, ohne Rechtfertigung. Das war für mich einer der stärksten Aspekte dieser Messe. Ich freue mich sehr darauf, meine neuen Bucherrungenschaften zu lesen und hoffe auf eine Wiederholung im nächsten Jahr.

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