[Werbung] In diesem Beitrag spreche ich über meine Dienstleistungen als Lektorin und meine Bücher.
Selbstständig als Autorin und Lektorin: Das war mein Oktober
Eigentlich hatte ich die Idee zu diesem Monatsrückblick schon im September. Dann habe ich erst einmal drei Wochen Urlaub gemacht. Deshalb geht es jetzt im Oktober los.
Ich möchte euch künftig ab und zu mitnehmen in meinen Alltag als selbstständige Autorin und Lektorin. Was mache ich den ganzen Tag mit den Manuskripten anderer Menschen? Wie komme ich mit meinen eigenen Geschichten voran? Was lese ich, wo bin ich unterwegs und was beschäftigt mich dabei? Ob ich jeden Monat einen Rückblick schreibe oder nur ab und zu, lasse ich erst einmal offen.
Für den Oktober 2026 gibt es jedenfalls einiges zu erzählen. Ich habe an zwei Lektoratsprojekten gearbeitet, mich mit einer neuen Romanidee beschäftigt und angefangen, eine Schullesung vorzubereiten. Außerdem war ich bei einem Bibliotheksfest und beim kleinen Prinzen in Leipzig. Und ich habe eine Entscheidung getroffen, die mir hoffentlich künftig etwas Zeit zurückgibt.
Im Lektorat: Ein neuer Autor, eine Geschichte mit schweren Themen und eine vertraute Zusammenarbeit
Ein neues Manuskript von einem Autor, mit dem ich bisher noch nicht gearbeitet habe, macht mich immer neugierig. Meist kenne ich vor dem Lektorat eine Leseprobe und weiß ungefähr, worum es geht. Trotzdem ist das noch einmal etwas anderes, als sich über mehrere Wochen mit der ganzen Geschichte zu beschäftigen. Wir lernen dabei auch einander und unsere individuellen Arbeitsweisen kennen. Es ging also los mit der ersten Lektoratsrunde eines queeren Coming-of-Age-Romans. Thematisch genau mein Steckenpferd. Ich fand es spannend, in diese Geschichte einzutauchen, auch wenn die Arbeit daran stellenweise an die Nerven ging. Es werden schwere Themen erzählt, die mich beim Lesen (und darüber hinaus) beschäftigt haben. Viel mehr kann und darf ich inhaltlich über das Projekt noch nicht verraten. Besonders viel habe ich mich mit der Logik innerhalb der Handlung befasst. Ist nachvollziehbar, warum eine Figur etwas tut? Passen die Abläufe zusammen? Fehlt zwischen zwei Szenen ein Schritt, den der Autor vielleicht im Kopf hat, der im Text aber noch nicht zu erkennen ist? Das sind Fragen, an denen ich im Lektorat durchaus eine Weile sitze. Manchmal muss ich dafür noch einmal zurückblättern und überlegen, welche Information die Lesenden zu diesem Zeitpunkt überhaupt schon haben. Diese detektivische Detailarbeit liebe ich so an meinem Job.
Daneben habe ich eine Kurzgeschichte einer Autorin lektoriert, mit der ich schon öfter zusammengearbeitet habe. Geplant ist eine Sammlung, in der später mehrere ihrer Geschichten erscheinen sollen. Auch die bisherigen Texte für dieses Projekt durfte ich schon begleiten. Ich darf also live dabei sein, wie das Buch Stück für Stück wächst. Hier war die Arbeit von Anfang an vertrauter, denn ich kenne ihren Stil und sie kennt meine Art, Rückmeldungen zu geben. Besonders schön finde ich, dass ich bei wiederholten Zusammenarbeiten auch Entwicklungen mitbekomme. Ich merke, dass die Autorin manches beim Schreiben inzwischen anders angeht und etwas aus unserer bisherigen Arbeit mitgenommen hat. Wir lernen beide mit jedem Text dazu. Ich freue mich immer sehr, wenn Schreibende wieder zu mir kommen und ich ein Buchprojekt über längere Zeit begleiten darf.
Selbstständig in der Buchbranche: Ein guter Monat und ein anderes Verhältnis zum Geld
Auch finanziell war der Oktober für mich ein guter Monat. Durch die Lektorate und die Ausschüttungen für meine eigenen Bücher sah es erfreulich aus. Das gehört für mich in diesen Rückblick genauso hinein und ich könnte mir vorstellen, dass es den einen oder anderen Lesenden interessiert. Von meiner Arbeit möchte ich schließlich leben können.
Die schwankenden Einnahmen waren für mich überhaupt die größte Umstellung beim Wechsel in die Selbstständigkeit. Ich war vorher immer angestellt gewesen. Es gab jeden Monat ein Gehalt, mit dem ich rechnen konnte. Heute kann ein Monat gut gefüllt sein, während im nächsten Lücken im Kalender stehen. Daran musste ich mich erst gewöhnen. Es gibt Monate, in denen ich denke: Oh mein Gott, da kommt gerade zu wenig rein. Dabei war der Auftragswert im Monat davor vielleicht hoch, oder für den nächsten ist bereits wieder mehr in Aussicht. Trotzdem fühlt sich so ein einzelner schwächerer Monat erst einmal schrecklich an. Ich musste wirklich lernen, mein Geld anders einzuteilen und über den einzelnen Monat hinauszudenken. Ein guter Monat ist eben auch für die Zeiten wichtig, in denen weniger Aufträge kommen oder laufende Aufträge noch nicht zur Abrechnung anstehen.
Im Oktober konnte ich mich jedenfalls über gute Einnahmen freuen. Wie ich mit den Schwankungen umgehe und was der Wechsel aus dem Angestelltenverhältnis für mich bedeutet hat, wäre eigentlich sogar genug Stoff für einen eigenen Beitrag.
Meine Arbeit als Autorin: Eine neue Romanidee und die Vorbereitung einer Schullesung
Bei meinen eigenen Schreibprojekten bin ich nach wie vor ziemlich unstet. Ich habe mehrere Dinge angefangen, und sobald es bei einem Projekt stockt, wird ein anderes plötzlich sehr interessant. Diesen Monat habe ich mich dann gleich mit einer neuen Romanidee beschäftigt. Als hätte ich noch nicht genug angefangene Geschichten. Romantext ist dabei bisher keiner entstanden. Ich habe vor allem an der Struktur gearbeitet, Figuren aufgebaut, Ideen aufgeschrieben und hin und her gedreht, recherchiert und viele Notizen gemacht. Die Grundidee ist komplex, und ich habe sie selbst noch nicht vollständig entwirrt. Das beschäftigt mich gerade sehr. Ich möchte herausfinden, wie sie funktionieren kann. Mir ist bewusst, dass mir dieses Wechseln zwischen verschiedenen Projekten das Fertigwerden nicht unbedingt erleichtert. Projekte zum Abschluss zu bringen, ist bei meinem eigenen Schreiben nach wie vor mein größter Stolperstein. Anfangen kann ich, mich begeistern auch, zum Ende kommen eher nicht, zumindest nicht so schnell. Trotzdem möchte ich mir die Freude an einer neuen Idee nicht sofort wieder nehmen. Es ist meine Art zu arbeiten, auch wenn sie irgendwie umständlich ist. Ich versuche, einen besseren Umgang damit zu finden, mir aber gleichzeitig auch keinen Druck zu machen.
Konkreter wurde es bei der Vorbereitung einer Lesung für eine Schule. Dort werde ich meine drei Märchenbücher vorstellen und ein bisschen über meine Arbeit sprechen. Ich möchte den Kindern zeigen, wie ein Buch entsteht: von der Idee, über das Schreiben und Gestalten, bis zum fertigen Druck, in dem man dann blättern kann. Kinder haben meistens nur das fertige Buch in der Hand. Was vorher passiert ist, sieht man dem Buch nicht an. Ich freue mich schon auf die Lesung und bin gespannt, welche Fragen die Kinder mitbringen. Und auch, welche Vorstellungen sie vom Schreiben haben? Oder was sie an der Arbeit einer Autorin interessiert? Vielleicht möchten sie ganz andere Dinge wissen als die, über die ich bei der Vorbereitung nachdenke. Über die Lesung selbst werde ich berichten, wenn sie stattgefunden hat.
Literatur unterwegs: Bibliotheksfest in Borna und Der kleine Prinz auf Reisen in Leipzig
Bücher haben mich im Oktober auch aus dem Haus gelockt. Beim Bibliotheksfest in der Mediothek Borna habe ich mit meinem Kind einen schönen Nachmittag verbracht. Das Team hatte sich viel ausgedacht: Es gab Bastelstationen, verschiedene Spiele zum Ausprobieren, eine Hüpfburg, Kaffee und Kuchen und noch so viel mehr. Beim Bücherflohmarkt wurden sogar aussortierte Bücher und Spiele aus der Bibliothek verkauft. Besonders süß fand ich die Book Blind Dates. Die Bücher waren neutral verpackt und außen standen Tropes drauf (also Hinweise auf typische Themen oder Handlungsmuster). Damit hatte man eine grobe Orientierung, ohne den Titel oder das Cover zu kennen. Diese Bücher konnte man dann ausleihen. Es gab wirklich für unterschiedliche Interessen und Altersgruppen etwas zu entdecken. Man hat gemerkt, wie viel sich die Mediothek für dieses Fest überlegt hatte. Wir hatten auf jeden Fall viel Spaß.
Ein weiterer Ausflug führte uns ins Kunstkraftwerk Leipzig zur Ausstellung Der kleine Prinz auf Reisen. Dort hatte ich schon einmal eine digitale Kunstausstellung besucht und war auch diesmal wieder begeistert. Am Anfang wurde die Geschichte in einer Show in verkürzter Form erzählt. Man saß in einem dunklen Raum, während ringsherum Bilder an die Wände projiziert wurden. Diese leuchtenden Bilder zu erleben, hat mich wieder ins Staunen versetzt. Man schaut in verschiedene Richtungen und entdeckt immer noch etwas. Es war optisch wunderschön umgesetzt. Auch in den weiteren Ausstellungsbereichen gab es viel auszuprobieren. An interaktiven Wänden konnte man durch Berührungen etwas auslösen: Bilder bewegten sich, Leuchtpunkte erschienen usw. Gerade mit Kind fand ich das schön, weil es so viel zu entdecken und anzufassen gab. Ich kannte die Geschichte vom kleinen Prinzen, mein Kind noch nicht. So haben wir sie auf unterschiedliche Weise erlebt und waren am Ende alle begeistert. Die Ausstellung hat uns Gelegenheit gegeben, gemeinsam in diese Geschichte einzutauchen. Dass Der kleine Prinz auch nach so vielen Jahren noch Menschen erreicht, kann ich gut verstehen. Die Themen darin beschäftigen jede Generation aufs Neue.
Im Oktober gelesen: Die Nachtapotheke und Nach der Sonne schauen
Neben den Manuskripten, an denen ich gearbeitet habe, gab es natürlich auch Bücher, die ich als Leserin kennengelernt habe. Ich werde aber nur kurz auf die Bücher eingehen, die ich beendet habe, denn mein Lesen ist genauso unstet wie mein Schreiben und ich habe immer mehrere angefangene Bücher rumliegen.
So habe ich Die Nachtapotheke im Oktober beendet. Ich durfte das Buch vorab als Rezensionsexemplar lesen, erscheinen wird es erst im November. Deshalb darf ich hier noch nicht viel darüber verraten. Das ist eine der schönen Seiten des Literaturbloggens: Bücher schon vor ihrem Erscheinungstermin kennenlernen zu dürfen und meine Gedanken dazu anschließend mit anderen zu teilen.
Außerdem habe ich Nach der Sonne schauen von Martina Hefter gelesen. Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Meine ausführliche Rezension findet ihr hier auf dem Blog in diesem Artikel: Nach der Sonne schauen – Martina Hefter | Eine Rezension
Weniger Social Media: Ein Beitrag pro Woche muss reichen
Eine Entscheidung, die ich im Oktober getroffen habe, wird meinen Arbeitsalltag vermutlich auch in den nächsten Monaten verändern: Ich möchte künftig in der Regel nur noch einen Beitrag pro Woche auf Social Media veröffentlichen. In den vergangenen zwei Jahren habe ich jede Woche mindestens drei Beiträge gemacht, manchmal sogar mehr. Ich habe Themen gesucht, Texte geschrieben, Bilder ausgewählt und Beiträge gestaltet. Das hat mir durchaus Spaß gemacht. Es war aber auch viel Arbeit. Inzwischen hat sich eine kleine Community aufgebaut. Es gibt Menschen, die regelmäßig kommentieren, meine Beiträge teilen oder sich bei mir melden, andere folgen eher als stille Zuschauer. Darüber freue ich mich. Ich bekomme das mit und schätze den Austausch. Trotzdem fällt meine Bilanz gemischt aus. Der Aufwand schlägt sich für mich zu wenig in neuen Anfragen nieder, denn das ist einer der Gründe, warum ich so aktiv bin. Ich nutze die Plattformen, um auf meine Arbeit und meine Dienstleistungen aufmerksam zu machen, schließlich müssen Buchmenschen erstmal wissen, dass es mich überhaupt gibt. Einige Kund*innen sind auch über Social Media auf mich aufmerksam geworden, bei anderen kenne ich den Weg gar nicht. (Ich sollte mir angewöhnen, neue Kund*innen danach zu fragen. Dann könnte ich besser einschätzen, wie Menschen mein Lektorat finden.) Fazit ist: Meine Erwartungen an Social Media waren höher. Auch deshalb, weil einem dort ständig erzählt wird, was angeblich alles möglich ist. Man brauche nur diese zehn Hooks, dann explodiere die Reichweite. Mit der richtigen Strategie werde die eigene Marke bekannt. Ich habe das Gefühl, diese Sprüche und Coaches inzwischen alle zu kennen. Meine eigene Erfahrung damit sieht weniger eindrucksvoll aus.
Dazu kommt, dass ich selbst müde geworden bin von der Menge und dem Tempo der Inhalte. Ich möchte weniger davon konsumieren und habe entsprechend auch weniger Lust, ständig neue Beiträge zu erstellen. Ich beobachte ja bei mir selbst, wie schnell ich weiterscrolle. Wenn mir offensichtlich etwas verkauft werden soll, bin ich meistens sofort weg. Auch private Alltagserzählungen interessieren mich häufig nicht, wenn sie mit den Themen, wegen derer ich einem Account folge, kaum etwas zu tun haben. Jeder darf teilen, was er möchte. Ich muss es aber nicht alles lesen. Bei Beiträgen, in denen Kinder ausgestellt und für Werbung eingesetzt werden, möchte ich besonders wenig Aufmerksamkeit hinterlassen. Manchmal frage ich mich ohnehin, wie ich in bestimmten Themenwelten gelandet bin, obwohl ich dort gar nicht hinwollte. Gleichzeitig wünsche ich mir natürlich, dass Menschen bei meinen eigenen Beiträgen hängen bleiben. Diesen Widerspruch sehe ich durchaus. Ich kann verstehen, dass auch meine Texte oft nur weitergescrollt werden. Umso mehr frage ich mich, wie viel meiner Arbeitszeit ich dafür einsetzen möchte. Von drei Beiträgen auf einen herunterzugehen, bedeutet erst einmal zwei Drittel weniger. Schon der Gedanke daran erleichtert mich. Ich muss nicht mehr ständig überlegen, welches Thema ich diese Woche noch aufbereiten könnte. Bei einer Buchveröffentlichung oder mehreren Rezensionen kann es auch einmal mehr werden. Ich möchte mir da etwas Spielraum lassen. Vorerst probiere ich aus, wie es mit einem Beitrag pro Woche läuft.
Dieser Monatsrückblick gehört für mich auch zu dem Versuch dazu. Hier kann ich ausführlicher erzählen, was mich bei meiner Arbeit beschäftigt, und auch Gedanken festhalten, die auf Social Media einfach untergehen. Im Oktober waren das neben Büchern vor allem die Fragen, womit ich meine Zeit verbringen möchte und was sich für meine Selbstständigkeit lohnt. Beides werde ich wohl auch in den nächsten Monaten weiter herausfinden. Ich möchte meine Zeit mit tollen Büchern verbringen, mit interessanten Gesprächen, mit anderen Buchmenschen, mit meinen tollen Kund*innen und bei alledem darf auch mein Leben als Privatmensch nicht fehlen. Dazu gehörte im Oktober z. B. das Kürbisschnitzen. Ich mag Halloween. Ich weiß, nicht jeder kann mit dem Fest etwas anfangen, aber ich finde es schön und freue mich auf unsere Kürbisse. Die Blätter sind zwar gerade überall bunt, trotzdem kann der Herbst mitunter ziemlich grau sein. Da tut so ein Kürbislicht ganz gut.
